Was ist ein CFD?

Privaten Investoren stehen in der Zwischenzeit neben den klassischen Finanzinstrumenten, wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen, zahlreiche Alternativen zur Verfügung. Ein Finanzinstrument, welches im letzten Jahrzehnt immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zog, ist der Differenzkontrakt. Die englische Bezeichnung für Differenzkontrakt ist contract for difference, auch kurz CFD genannt. Obwohl es CFDs eigentlich schon mehrere Jahrzehnte gibt, fand die Verbreitung der innovativen Finanzinstrumente erst in den letzten Jahren statt. CFDs werden den derivativen Finanzinstrumenten zugeordnet. Die Instrumente können sehr vielfältig eingesetzt werden.

Die CFDs haben ihren Ursprung in den frühen Achtzigerjahren

In England wird auf Aktiengeschäfte die sogenannte Stamp Duty Reserve Tax, auch Stempelsteuer genannt, erhoben. Um diese Steuer zu umgehen, wurden in London in den frühen Achtzigerjahren die CFDs entwickelt. Diese neuartigen Instrumente wurden nicht an einer zentralen Börse, sondern außerbörslich gehandelt. Der außerbörsliche Handel von Finanzinstrumenten findet auch als OTC-Handel Bezeichnung. CFDs wurden anfangs nur von institutionellen Investoren genutzt. Der Handel von CFDs für Privatanleger war erst in den späten Neunzigerjahren möglich. Ab diesem Zeitpunkt interessierten sich jedoch zunehmend immer mehr privaten Händler für die innovativen Handelsinstrumente. Das Angebot an Dienstleistungen rund um das Thema CFD stieg dementsprechend ebenfalls sprunghaft an. Heutzutage kann nahezu jedes Broker-Haus seinen privaten Kunden den Handel mit Differenzkontrakten anbieten.

CFDs werden den derivativen Finanzinstrumenten zugeordnet

CFDs zählen zu den derivativen Finanzinstrumente, die im Finanzwesen auch in der Kurzform als Derivate bezeichnet werden. Sie zählen mit Sicherheit zu den dynamischsten Segmenten des Finanzwesens. Derivate können die verschiedensten Merkmale und Ausprägungen haben, da sie aus ganz unterschiedlichen Motivationen heraus konzipiert werden. Zu den gängigsten Derivaten, die auch von privaten Investoren gehandelt werden, gehören neben den CFDs die Optionsscheine, diverse Zertifikate, die Optionen und die Futures. Im Grunde genommen handelt es sich bei einem derivativen Finanzinstrument um einen gegenseitigen Vertrag, der sich auf einen bestimmten Basiswert, auch Underlying genannt, bezieht. Die Auswahl an Basiswerten, die einen handelbaren Markt darstellen, ist inzwischen riesengroß. Auch bei CFDs gibt es in der Zwischenzeit etliche Basiswerte. Die Auswahl hängt jedoch stark vom jeweiligen Broker, über den die CFDs gehandelt werden, ab. Der wesentliche Unterschied zum Kauf einer Aktie ist also, dass die Aktie beim CFD-Kauf nicht in den Besitz des Händlers übergeht. So werden bei CFDs in aller Regel auch keine Dividenden ausgeschüttet. Der CFD-Händler partizipiert jedoch an der Wertänderung der Aktie, da die Differenz aus Kauf- und Verkaufskurs letzten Endes über den Erfolg oder Nichterfolg des Trades entscheidet. Mit Derivaten, wie zum Beispiel mit CFDs, können verschiedene Handelsstrategien zur Anwendung kommen. Sie können sowohl für reine Spekulationszwecke als auch für die Absicherung, auch Hedging genannt, verwendet werden. Vor allem für die kurzfristig agierenden Händler ergeben sich mit innovativen Derivaten viele Möglichkeiten. In aller Regel folgt der Kurs des CFD synchron zum Kurs des Basiswerts. Es ist aber möglich, dass sich die Gewinn- oder Verlustsituation im Vergleich zum Basiswert überproportional entwickelt. Dies liegt daran, dass viele CFDs und auch andere Derivate auf Margin gehandelt werden. Das bedeutet, dass sogenannte gehebelte Positionen eingegangen werden können. Durch dieses Wirkprinzip können sehr hohe Gewinne, aber natürlich auch extreme Verlustsituationen entstehen. Derivate, die auf Margin gehandelt werden können, gelten generell als hochspekulative Instrumente. Aus diesem Grund raten auch Banken, Broker und diverse Finanzdienstleister immer wieder, dass CFDs nur von Händlern mit Erfahrung verwendet werden sollten. Ein ausgereiftes Risiko- und Money-Management gilt beim Handel mit CFDs als wichtige Grundvoraussetzung für den Börsenerfolg.

Das Konstrukt CFD im Detail betrachtet

CFDs haben weder einen Nominalwert noch eine normierte Laufzeit. Darüber hinaus ist auch die Größe der Kontrakte nicht normiert. Sie können von Basiswert zu Basiswert und von Anbieter zu Anbieter stark unterschiedlich ausfallen. Aus diesem Grund sollte vorab geprüft werden, ob der Anbieter mit handelbaren Kontraktgrößen zum eigenen Handelsstil und zum eigenen Risiko- und Money-Management passt. Bei einem CFD hat die Restlaufzeit und die Volatilität des Basiswerts keinen Einfluss auf die Wertentwicklung, wie es zum Beispiel bei Optionsscheinen der Fall ist. Das macht sie in vielerlei Hinsicht unkompliziert in der Handhabung, da die Wertentwicklung vergleichsweise einfach nachvollziehbar ist. Da CFDs nicht über eine Börse, sondern direkt mit einem Anbieter gehandelt werden, übernimmt dieser in aller Regel auch die Rolle der Gegenpartei. Mit CFDs kann der Händler nicht nur auf steigende Kurse, sondern auch auf fallende Kurse setzen. Setzt der Händler auf fallende Kurse, wird auch hier der Differenzausgleich berechnet, um die Gewinn- oder Verlustsituation festzustellen.

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Allgemeiner Risikohinweis: CFDs sind komplexe Finanzprodukte mit Hebelwirkung. Der Handel mit CFDs birgt ein hohes Risiko und ist daher nicht für jeden Anleger geeignet.
73-89 % aller Privatanleger verlieren Geld beim CFD-Handel. Investieren Sie nur die Summe, dessen Verlust Sie sich leisten können.
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